PR-Couch Teil 29
Change Communication
Bei
Change Communication (Veränderungskommunikation) handelt es sich um ein
Spezialgebiet der PR. Manche setzen diesen Begriff auch mit Change Management
gleich, jedoch handelt es sich bei Change Communication nur um einen
Teilbereich des Veränderungsmanagements.
Tatsache
ist, dass sich Unternehmungen derzeit mit schnellen und radikalen Veränderungen
in ihren Markt- und Wettbewerbsbedingungen konfrontiert sehen. Wer nicht in
angemessener Geschwindigkeit auf den Wandel reagieren kann oder will, wird
nicht bestehen können. Jedoch ist primär zu beachten, dass es sich hierbei
nicht um Veränderungen von Technologien, Systemen, Prozessen oder Kosten
handelt – hier steht der Mitarbeiter im Vordergrund. Wird dies außer Acht gelassen,
ist ein Wandel meist zum Scheitern verurteilt.
Veränderungen
werden von Menschen meist als unangenehm empfunden, verursachen sogar Angst und
Unsicherheit. Bei einem Wandel ist es deshalb wichtig, besonders Mitarbeitern
aber auch Führungskräften die Bedeutung der Veränderungen zu vermitteln, sie in
den Prozess einzubinden und den Mitarbeiter für den Wandlungsprozess zu
mobilisieren. Die Betroffenen der Veränderung müssen ermutigt werden, vertraute
Infrastrukturen zu überdenken, zu erneuern oder zu verbessern. Wie z.B. bei der
Bank-Fusion von Bank Austria mit der Creditanstalt. Die von Mitarbeitern meist
lieb gewonnene Identität des jeweiligen Unternehmens musste aufgelöst und eine
neue geschaffen werden – also die BA-CA. Es gab somit neben zahlreichen
Umstrukturierungen einen neuen Namen und ein neues Logo.
Verlangt
wird also, das die Mitarbeiter flexibel sind und bereit für den Wandel. Wenig
hilfreich oder sogar kontraproduktiv wirken in diesen Prozessen gut gemeinte
Aktionen, die nichts erklären und kaum motivieren. (z.B. wie das Verteilen ein
paar netter T-Shirts mit neuem Logo). Solche Aktionen erlauben viel Platz für
Spekulationen. Wichtig dagegen wäre eine Analyse der mentalen Faktoren in Bezug
auf den Wandel und die Vermittlung einer neuen Identität. Die gleichen
Funktionen, die die Corporate Identity
definieren, wirken auch hier: Information, Motivation und die Schaffung einer
kollektiven Identität.
Die
Autoren Deekeling/Fiebig (Interne Kommunikation, 1999) beschreiben Aktivitäten,
die für Change Management und auch für Change Communication bedeutend sind:
Von
Mitarbeitern empfundene Risiken im Wandlungsprozess können nicht
wegkommuniziert werden, negative Fakten lassen sich kaum in positive Ereignisse
verändern. Wenn Entscheidungen noch nicht getroffen worden sind, bestehen
Unsicherheiten. Ziel der Change Communication muss es also sein, die
Meinungsbildung zum Veränderungsprojekt zu formen und zu lenken.
Vertiefende Literatur:
Pfannenberg, Jörg:
Veränderungskommunikation. Den Change-Prozess wirkungsvoll unterstützen. Grundlagen, Projekte,
Praxisbeispiele. FAZ-Verlag, 2003
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