PR-Couch Teil 45

 

Web 2.0 – Teil 1

 

Seit Monaten wird in den Medien über das Web 2.0 (ein von Tim O’Reilly, Founder and CEO of O'Reilly Media, Inc und  Dale Dougherty, Co-Founder and Head of O'Reilly's Maker Media Division, geprägter Begriff) berichtet. Für manche stellt es den neuesten Hype dar, für andere eine bereits veraltete Technologie. Einige PR-Agenturen empfehlen Unternehmern, ihre Kommunikation im Web 2.0, wie zum Beispiel durch das Einrichten eines Blogs (siehe PR-Couch 18), zu betreiben – daher sprechen manche auch schon von PR 2.0.

 

Der Begriff Web 2.0 ist also neu und alt zugleich. Er setzt sich zusammen aus dem Begriff “Web“ und der Versionsnummer “2.0“, die zumindest die technisch interessierten Menschen von Softwareapplikationen her kennen. Man kann das Web 2.0 als die neue soziale und interaktive Orientierung des Internets, in dem User selbst aktiv werden, bezeichnen. Dieser neue Trend macht mit seinen Publikationsinstrumenten und Netzwerkmöglichkeiten aus ehemals passiven Konsumenten, aktive Mitgestalter: Sie verfassen selber Kritiken, Filme oder Berichte für das Internet und erzeugen zeitlich eine größere Transparenz.

 

Folglich werden mediale Inhalte nicht mehr primär von Gatekeepern (siehe PR-Couch 40) oder Meinungsmachern (Medien werden oft als „vierte Gewalt“) gesteuert und verbreitet, sondern auch von – im Idealfall – unabhängigen Personen, die sich untereinander vernetzen („fünfte Gewalt“).

 

Social Bookmarking, Social Web und Social Software


Unter diesen Begriffen werden Vernetzungen von Inhalten und von Menschen zusammengefasst. Typische Beispiele hierfür sind u.a. „wikis“ (z.B. die Online-Enzyklopädie Wikipedia, Tauschbörsen oder die Social-Bookmarking-Plattform. Allen dreien ist gemeinsam, dass sie mehr sind als reine Online-Lagerstätten für Web-Inhalte (Content).

 

Mit dem Web 2.0 haben sich auch wissenschaftliche Thesen definitiv bestätigt:

Ø      Märkte sind Kommunikation

Ø      Vernetzte Konsumenten organisieren sich schneller als Unternehmen

Ø      Mit Hilfe des Webs kann der Einzelne (wie z.B. Konsument) informierter, wissender und fordernder werden.

 

Diese neue mediale Offenheit birgt aber auch gewisse Risiken: Immer mehr Informationen über den Einzelnen werden im Internet zu finden sein – jederzeit recherchierbar und abrufbar! Der Begriff „gläserner Mensch“ wird dadurch immer realistischer.

 

..........Fortsetzung folgt in PR-Couch 46



Vertiefende Literatur:

 

Alby, Tom: Web 2.0, Hanser Fachbuchverlag; 2. Auflage

 

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