PR-Couch Teil 36
Seit den 70er-Jahren werden
kontinuierlich Evaluationsmethoden der PR entwickelt. Diese meist rein
quantitativen Methoden erfassen den Umfang der Kommunikationsarbeit. Sie zeigen
aber den tatsächlichen Erfolg der PR nur begrenzt auf. Zur Legitimation (auch
auf Kostenebene) von Öffentlichkeitsarbeit muss jedoch dieser Erfolg messbar
gemacht werden. Wie bei Werbemaßnahmen lässt sich der Erfolg von PR jedoch nur
schwer auf Grund von Umsatzzahlen verdeutlichen.
Wie kann PR-Controlling
definiert werden? Darüber ist man sich sowohl in der Theorie als auch in der
Praxis uneinig. Dies mag auch einer jener Gründe sein, warum die
PR-Erfolgskontrolle als umstritten gilt. Fest steht, dass PR-Controlling eine
genauere, kostengünstigere und auch verbesserte PR-Arbeit Gewähr leisten soll.
Den Erfolg von PR-Maßnahmen messbar zu machen, setzt jedoch voraus, dass eine
klare Definition getroffen wird, was als erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit
angesehen werden kann und worin die Ziele dieser PR-Aktivitäten bestehen. Die
PR-Ziele müssen gleichsam in die übergeordneten Ziele und Strategien des
gesamten Unternehmens integriert werden.
Messbar ist bereits die
Medienresonanz, die zur Veränderung des Images und Bekanntheitsgrades eines
Unternehmens beiträgt und sich in Folge auch auf den Umsatz auswirken kann.
Medienresonanzanalyse (Output-Ebene)
Dieses
klassische Instrument zur PR-Erfolgskontrolle bedeutet die Analyse der
Medienberichte über Unternehmen, Produkte und Maßnahmen. Dies erfolgt im Rahmen
der Medienresonanzanalyse (siehe PR-Couch Teil 7). Dafür werden Medien
fortlaufend beobachtet. Sofern eine Vielzahl an Medien für ein Unternehmen
relevant ist, wird meist ein Medienbeobachtungsdienst (siehe PR-Couch Teil 26)
engagiert. Dieser durchsucht für seinen Auftraggeber die wichtigsten Medien
nach dessen Unternehmens- oder Produktnamen.
Inhaltsanalyse
Allein
die Zählung von positiven und negativen Berichten über ein Unternehmen reicht
für eine PR-Controlling noch nicht aus. Eine quantitative als auch qualitative
Auswertung in Form einer Inhaltsanalyse ist erforderlich, um verdeutlichen zu
können, wo zum Beispiel Akzeptanz oder wo Widerstand herrscht. Die
Inhaltsanalyse ist eine empirische Methode um systematisch inhaltliche und
formale Merkmale von Texten zu beschreiben, die z. B. im Rahmen einer
Medienresonanzanalyse zum Einsatz kommen. Manchmal liefert die Inhaltsanalyse
weitere PR-Ideen, die von Vorteil sein können.
Meinungsforschung (Outcome-Ebene)
Ein
weiterer Faktor ist die Meinungsforschung. Um die Wirkung der PR-Maßnahmen auf
eine Zielgruppe detaillierter und subjektiver zu untersuchen, bieten sich drei
Optionen an:
Ø Umfragen
Ø Auswertung des Feed-backs zu PR-Maßnahmen
Ø Gespräche
Des
Weiteren ist ein primäres Element der Erfolgskontrolle die Wirkung der
PR-Maßnahmen auf bereits vorhandene oder aber auch potenzielle Kunden und auf
die eigenen Mitarbeiter. Denn die Medienmeinung (die publizierte Meinung) muss
nicht notwendigerweise mit der Meinung der potenziellen Kunden (der
öffentlichen Meinung) übereinstimmen. Ein Unternehmen muss hinterfragen, ob
dessen Zielgruppen die PR-Botschaften verstanden haben und diesen auch
vertrauen.
Die
angeführten Methoden der Erfolgsmessung im Output (Medienresonanz) sowie im
Outcome (Interviews) sind sowohl quantitativer als auch qualitativer Art. Sie
bestimmen allerdings nicht die wirtschaftlichen Auswirkungen der PR-Maßnahmen.
Deshalb sind neuere Methoden der PR-Erfolgsmessung bemüht, dieses Element
einzubringen.
Im
nächsten Newsletter werden neuere Methoden der PR-Erfolgskontrolle vorgestellt.
Vertiefende Literatur:
Baerns,
Barbara (Hrsg.): PR-Erfolgskontrolle. Messen und Bewerten in der
Öffentlickeitsarbeit. IMK, Frankfurt am Main 1997
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