PR-COUCH TEIL 30
Kampagne
Kampagne (Campaigning) ist
eine dynamische Form, um Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben. Sie ist
zielorientiert, strategisch ausgerichtet, auf optimierte Umsetzung bedacht.
Ziel dabei ist es, eine Wirkung zu erzeugen. (Quelle: Claude Longchamp
„Campaigning – das Potenzial für Praxis, Lehre und Forschung“). Zur
erfolgreichen Umsetzung einer Kampagne werden sowohl die Kenntnisse der Werbung
über Konsumentenverhalten als auch das Wissen der PR um die öffentlichen
Kommunikationsmechanismen verwendet.
Eine Kampagne ist meist
langfristig konzipiert und ein Instrument der Prozesssteuerung in Politik,
Wirtschaft und Kultur. Jedoch im Unterschied zur Politikform des Lobbying
(diese ist unmittelbar auf die gezielte Beeinflussung von Entscheidungsträgen
gerichtet – siehe PR-Couch Teil 28), wendet sich ein politisches Campaigning an
eine größere Öffentlichkeit oder an bestimmte Zielgruppen, um indirekten
Einfluss auf Entscheidungsträger auszuüben.
Themenkampagnen kommen
jedoch nicht nur in der Politik vor, sondern in allen gesellschaftlichen
Bereichen: Einige Beispiele: Die Wirtschaft wirbt für den Wirtschaftsstandort
Österreich, soziale Organisationen (amnesty international) oder
Umweltschutzorganisationen (WWF) setzen auf Solidarität bzw. Umweltbewusstsein
als grundlegenden gesellschaftlichen Wert, der beworben werden muss.
Es gibt drei
Voraussetzungen für Campaigning:
Negativ Campaigning
Ein Phänomen, das seinen
Ursprung in den USA hat und auch immer stärker in Europa zur Geltung kommt –
siehe Wahlkampf in Deutschland, in Österreich. Dabei handelt es sich um die
Bereitschaft, einem Konflikt nicht aus dem Weg zu gehen, sondern ihn zu suchen.
Dies entstand besonders durch die Personalisierung des Wahlkampfs. Im
Vordergrund steht nicht mehr das Parteiprogramm, sondern ein Kandidat. Da
negative Informationen einen weitaus größeren Effekt zu haben scheinen als
positive, wird das Zentrum des Campaigning in geringerem Ausmaß auf die
Präsentation der eigenen Themen und Ziele, als vielmehr auf das Hervorheben der
Schwächen des Gegenkandidaten gesetzt.
Fazit:
Politische, wirtschaftliche
und kulturelle Akteure, die in einem großen Ausmaß der Öffentlichkeit
ausgesetzt sind, betreiben permanent irgendeine Form von Campaigning. Denn
jeder Kommunikationsprozess kann zu einer zielorientierten Kampagne werden.
Vertiefende Literatur:
Behrent,
Michael / Mentner, Peter: Campaigning. Werbung in den Arenen der
Öffentlichkeit. Lit Verlag, 2001
Metzinger,
Peter: Business Campaigning. Springer
Verlag, Berlin 2006
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