PR-COUCH TEIL 15
NON-PROFIT-ORGANISATION (NPO) UND PR
In der Politik und Wirtschaft
ist PR seit Jahrzehnten eine Selbstverständlichkeit. NPOs hingegen haben erst
in den letzten Jahren begonnen, professionelle PR zu betreiben. Vor allem im
sozialen und ökologischen Bereich erweist sich die PR als eine notwendige und
unverzichtbare Basis für Erfolg versprechende Arbeit.
Ein wesentliches Kriterium für
die Zuordnung zum NPO-Bereich ist die Art der Verwendung eines Überschusses
oder Gewinns. Während Profit orientierte Unternehmen ihre Gewinne in der Regel
an Gewinn berechtigte Personen auszahlen (z.B. Eigentümer, Aktionäre), sind
NPOs gekennzeichnet durch ein Gewinnverteilungsverbot. Im Gegensatz zu
kommerziellen Unternehmungen investieren NPOs also ihre Gewinne für die
Realisierung der Zielsetzungen ihrer Institution.
Folgende Formen von NPOs sind zu
unterscheiden:
·
Gemeinwirtschaftliche NPO: wie
öffentliche Verwaltung und Betriebe, Spital, Heim, Museum, Theater
·
Wirtschaftliche NPO:
Wirtschaftsverband, Konsumentenorganisation, Genossenschaft,
Arbeitnehmerorganisation
·
Soziokulturelle NPO:
Sportvereine, Kirche, Freizeitvereine, Privatclub
·
Politische NPO: organisierte
Bürgerinitiativen, Politische Parteien, Natur- und Umweltschutzorganisationen.
(z.B. WWF, Greenpeace)
·
Karitative NPO:
Hilfsorganisationen für Süchtige, Arme,
Benachteiligte,Entwicklungshilfeorganisationen. (z.B. Caritas, Rotes Kreuz)
Finanzierungsmöglichkeiten für NPOs
Die wichtigste Methode für viele
NPOs an Gelder und alle möglichen anderen Arten von Unterstützung zu kommen,
ist das Fund Raising. Darunter
versteht man die Aufbringung von Spenden, Beschaffung von Ressourcen und
Zuwendungen der Organisationen zur Finanzierung ihrer Tätigkeiten. Dabei sind
unter dem Ausdruck Ressourcen nicht nur Geld, sondern auch Sachmittel,
kostenlos zur Verfügung gestellte Dienstleistungen, immaterielle Förderung der
Organisationsziele wie auch ehrenamtliche Mitarbeit zu verstehen.
Viele Unternehmen unterstützen
NPOs, in der Hoffnung positive Medienresonanz diesbezüglich zu erhalten.
Spenden werden daher von manchen als ein Akt des Gebens und Nehmens gesehen.
Manche Spender erwarten sich also eine gewisse Revanchierung von Seiten der
Organisation - sei es in Form von Dank oder Anerkennung oder als öffentliche Namensnennung.
Sponsoring ist ein weiteres Instrument der Mittelbeschaffung von NPOs. Dabei handelt
es sich um ein Geschäft das auf dem Prinzip von Leistung und Gegenleistung
basiert. Die Leistungen des Sponsors bestehen darin, dass er Fördermittel zur
Verfügung stellt. Im Gegenzug dafür werden ihm werbliche Möglichkeiten geboten
– wie Namensnennung auf Bannern, Erwähnung (eventuell mit Logo) in
Publikationen der NPOs oder mittels Präsenz bei Veranstaltungen der
Organisation. So arbeitet z.B. der WWF seit über 15 Jahren mit Unternehmen aus
der Wirtschaft zusammen.
Ziele der PR für NPOs
Im Rahmen der PR von NPOs werden
Ideen, Lebensformen und Geisteshaltung transportiert. Dabei tritt oft die
soziale Verantwortung als Basis jedes Handelns in den Vordergrund.
Mit Hilfe von Konzepten und
längerfristigen PR-Maßnahmen sollen Dienstleistungsangebote publik gemacht und
Verständnis für ein z.B. soziales oder ökologisches Anliegen erweckt werden.
Außerdem sollen Vorurteile gegenüber der Organisation selbst abgebaut werden
und damit eine soziale Veränderung bewirken.
Im Gegensatz zu kommerziellen
Botschaften bewegen sich soziale oder ökologische Anliegen immer öfter im
emotionalen, als im rationalen Gebiet. Aus diesem Grund lassen sich deren
Anliegen medial in vielen Fällen leichter transportieren, als kommerzielle
Agenden.
Nachstehende Elemente sind für
die PR für NPOs von zentraler Bedeutung:
·
Aufbau und Pflege von
Verständnis, Vertrauen und Wohlwollen
·
Schaffen von Transparenz
·
Vermittlung von Informationen
·
Sensibilisierung der
Öffentlichkeit, um schließlich eine
Einstellungs- und Verhaltensänderung in der Öffentlichkeit zu erreichen.
Für viele NPOs ist es geradezu
notwendig, sich intensiver mit PR zu beschäftigen und diese einzusetzen. Zwar
genießen vor allem gemeinnützige Organisationen in der Bevölkerung Anerkennung
und Sympathie, jedoch konkurrieren die NPOs trotzdem um begrenzte Ressourcen
wie Geld und freiwillige Mitarbeiter. Es ist mittlerweile schwierig geworden
neue Mitglieder zu gewinnen, denn der „Markt“ ist auch in diesem Metier nicht
unerschöpflich.
Dieser Umstand macht es auch für
NPOs unumgänglich, mit ihren Zielen und Vorhaben zu werben. Und dabei haben sie
den großen Vorteil gegenüber z.B. der Industrie, dass ihre „Produkte“ im
Vorhinein positiv besetzt sind.
Durch Aktionen oder Kampagnen
wird die Öffentlichkeit auf das Anliegen der NPOs aufmerksam gemacht. Ein
Vorreiter ist dabei die Umweltschutzorganisation Greenpeace. Diese Organisation
hat mittels spektakulärer Kampagnen und gezieltem Nutzen der Medien einen
äußerst hohen Bekanntheitsgrad erhalten.
Zusammenfassend können folgende
Ziele der PR-Arbeit von NPOs festgehalten werden:
·
Ressourcenbeschaffung
·
Imagepflege
·
Mitarbeitergewinnung
·
Information über die
Organisation und ihr Anliegen
·
Veränderung der Gesellschaft
Literatur:
Detlef Luthe: Öffentlichkeitsarbeit für Nonprofit-Organisationen. Maro Verlag, 1994
Kontaktinformationen:
Berenika PR&Event
Wienergasse 104
A-2380 Perchtoldsdorf
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