Pressemeldung
1.Juli 2009
WIEN. Das Tagungsthema
„Wachstum durch Wandel“ der Experts Group Akkreditierte Wirtschaftstrainer in
der Fachgruppe UBIT der Wirtschaftskammer Wien machte eines deutlich:
Veränderungsprozesse in der Wirtschaft erfordern effizienteres
Personalmanagement und eine neue Art von Führungskräften. Den UnternehmerInnen
stehen dabei Profis wie die akkreditierten WirtschaftstrainerInnen mit neuen
Trainingsmethoden beratend und zukunftsorientiert zur Seite.
Etwa
100 TeilnehmerInnen trafen sich am 29. Juni zu einem Tag des Lernens, Staunens
und Netzwerken anlässlich des 17. WirtschaftsTrainerInnen Kongress in Wien. Vorträge und Diskussionen mit dem Fokus auf
„Wachstum durch Wandel“, hochkarätige
Referenten und Praxistipps verbunden mit einer humorvollen Auseinandersetzung
des Trainingsalltags prägten den Kongress.
Bundesspartenobmann
Information und Consulting KR Hans-Jürgen Pollirer betonte bei seinen
Eröffnungsworten die professionelle Unterstützung durch die
WirtschaftsTrainerInnen, um mögliche Defizite in der Unternehmenskultur zu
eliminieren und Wachstumspotenziale freizusetzen. Friedrich Kofler,
Fachgruppenobmann der Fachgruppe UBIT freute sich über die Signalwirkung des
Kongresses als kommunikative Plattform und den Informationsaustausch der
anwesenden Mitglieder. Isabella Weindl, Bundessprecherin der Experts Group
Akkreditierte WirtschaftsTrainerInnen gab bei ihrer Begrüßung einen Überblick
zum Tagungsprogramm: „Wir werfen heute einen Blick in die Zukunft, hören was
HR-Manager von zukünftigen Mitarbeitern erwarten können und beleuchten wie sich
der Führungskräftemarkt verändert. Bei den Workshops und Best Practice am
Nachmittag lernen wir neue Managementmethoden am Trainingsmarkt kennen.“
Rückschau des 17. WKT 09
mit Videoaufzeichnung aller Vorträge und einer Fotogallerie auf www.wirtschaftstrainer.info oder wirtschaftstrainerkongress.com
Die
Programm Höhepunkte 2009
Innovationskrise
oder Sinnkrise?
Harry
Gatterer, Zukunftsforscher ging der Frage nach, ob die wahre Krise nicht in
unserem Umgang mit der Krise liegt und ob es besser lauten sollte „Wirtschaft
im Wandel“. „Wir haben nie wirklich gelernt, mit Krisen umzugehen“ so Gatterer.
Er spannte einen historischen Bogen von der Steinzeit bis in das heutige
Internet-Zeitalter und verglich jeweils die Faktoren Mission, Ritual,
Statussymbol, Tätigkeit, Lernen, Intelligenz und Visionär miteinander. Jede
zeitliche Welle brachte große Technologieentwicklungen mit sich (Dampfmaschine,
Eisenbahn, Strom, Auto, Computer, neue Energie), die auch die Arbeitswelt
veränderten. Heute befinden wir uns in der 6. Welle, wünschen uns manchmal
einen „Aus-Knopf“ für die Flut an Informationen und wollen mehr Lebensqualität
– der Treibstoff der Zukunft.
Fazit
der Experten-Runde am Podium:
Weiterbildungsmaßnahmen,
Investition in vorhandenes Mitarbeiter Know-how und öfter ein Blick von außen durch leistbare Beratung, um neue
Wege und Möglichkeiten auch zu erkennen.
KR
Brigitte Jank, Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien
Mag.
Christian Havranek, Deloitte
Dr.
Sabine Schneider, Eblinger & Partner
Mag.
Robert Fitzthum, Vorsitzender des Ausschusses der Fachgruppe UBIT
Major
Mag. Roman Schuh, Institut für Offiziersweiterbildung
KR
Jank stellte klar, dass es die Aufgabe der Wirtschaftskammer ist, jedem
Unternehmen in der aktuellen Wirtschaftskrise Unterstützungsmaßnahmen zu
bieten. „Kurzarbeit“ kann auch von kleinen Firmen als Instrument in Anspruch
genommen werden, ebenso werde eine Reihe von Beratungsleistungen finanziert.
Mag. Fitzthum gab die langfristigen Auswirkungen zu bedenken, die jetzt bei
Einsparungsmaßnahmen im HR-Bereich getätigt werden. Dem konnten die drei
Personalexperten Mag. Havranek, Dr.Schneider und Mag. Schuh nur zustimmen.
Einigkeit herrschte bei den Personalisten, dass Weiterbildung und
lebensbegleitendes Lernen wichtig ist. Jeder Personalverantwortliche sollte das
Wissens-Potenzial im Unternehmen halten, konkrete Anforderungsprofile für die
Mitarbeiter anlegen, die Mitarbeiterbindung stärken und vor allem die
Kommunikation offener gestalten. Ein durch die Wirtschaftslage bedingter
Know-how Verlust kann 2011 zu einem Mangel an qualifiziertem Personal führen.
In Zukunft sei ein „weg“ vom reinen
Management (das verwaltet, plant und
Konflikte vermeidet) und ein „hin“ zu mehr Leadership (wo ergänzend zu den
Managementqualitäten auch die charakterliche Eignung für eine Führungsrolle
vermehrt wichtig wird) unerlässlich. Soft Skills Faktoren wie Moral, Ethik
Ausgeglichenheit, Inspiration, Begeisterung, Kreativität, Zielstrebigkeit sowie
Mut und Engagement erhalten einen höheren Stellenwert.
Innovative
Ansätze in der Führungskräfte-Entwicklung
Der
Vortrag von Prof. Dr. Assenza spannte einen Bogen von den aktuellen
Erkenntnissen der Gehirnforschung bis zu innovativen Ansätzen wie der
U-Theorie. „Wir brauchen eine breitere Vision“ so Professor Assenza.
Beziehungen zwischen Individuen, der Gesellschaft, dem Kosmos, unserer Psyche
und Phänomenen und Ereignissen spielten in der Evolution eine entscheidende
Rolle. Diese habe sich nicht linear entwickelt, was der Untergang von
Hochkulturen wie Ägypten, China oder der Mayas beweist. Ob wir uns heute in
einem Evolutionsstadium von „breakdown“ oder „breakthrough“ befinden, wird sich
zeigen! Für die „Theory U“ wurden weltweit 150 Führungskräfte befragt und
festgestellt, dass Open Mind, Open Hart und Open Will die wesentlichen Faktoren
im Unterschied von Management und Leadership sind. Der Einsatz nicht nur der
rechten – und damit der logischen Seite – sondern auch der linken Gehirnhälfte
hilft, neue Wege im Leadership zu gehen. Prof. Assenza nannte dazu auch ein
anschauliches Beispiel: einer seiner Studenten hat die Techniken der Shaolin
Kung Fu eingesetzt, um sein Studium in nur 3 Semestern abzuschließen und die
Dissertation in nur 10 Monaten fertig zu stellen. Der Durchschnitt benötigt im
Vergleich dazu 12 Semester und rund 3-4 Jahre!
Das
Zulassen von neuen Gedankenprozessen, Denkweisen und Strukturen statt der
herkömmlichen Lösungsmuster wird vielleicht zu Fehlern führen, diese sind
jedoch Teil des Lernprozesses und ein rasches erkennen und reagieren sind dann
wichtig. Sensing – Presencing und Realizing sind die drei elementaren
Eigenschaften der zukünftigen Manager.
Im
nachfolgenden Workshop konnten die interessierten TeilnehmerInnen diese
Punkte in die Tat umsetzen. Geleitet von DI Gernot Winter wurde ein
realitätsnahes Projekt umgesetzt. Aufgeteilt in zwei Gruppen „Führungskraft“
und „Arbeiter“ galt es innerhalb von 20 Minuten auf einer verkabelten Matte
im Schachbrettmuster einen „freien“ Weg von A nach B zu finden. Symbolisch
wurden die Ergebnisse in Firmenvermögen umgelegt, dh. Startkapital waren 20 Mio
Euro, für Fehltritte gab es Abzüge. Ziel war es, sein Team bestens einzuweisen,
während der Übung auf jegliche Kommunikation zu verzichten und letztendlich
Geld zu verdienen. Alle Teilnehmer waren voll konzentriert und engagiert auf
der Suche nach dem Weg. Eines vorweg: Das Ziel wurde von keiner Gruppe erreicht
– denn, was die Teilnehmer nicht wussten. Der den Führungskräften ursprünglich
präsentierte Weg wurde geändert! Sinn der Übung war es, zu sehen, wie sich
diese Veränderung auf die Handlungsweise aller Beteiligten auswirkt. Pro Gruppe
gab es auch neutrale „Beobachter“, die anschließend das Verhalten in der
Vorbereitungs- und Durchführungsphase kommentierten. Dieser Workshop zeigte
anschaulich die Dynamik im operativen Tun, strategischen Denken und der
Beziehung zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern.
Parallel dazu
beschäftigten sich die anderen KongressteilnehmerInnen mit Konfliktmanagement.
Dr. Stephan Proksch vermittelte Methoden und Techniken aus dem Repertoire der
Mediation, um für den Umgang mit schwierigen Situationen wie
Mitarbeitergespräche gewappnet zu sein. Schon bei der ersten Vortragsfolie über
die Phasen einer Mediation entwickelte sich eine angeregte Diskussion zwischen
den TeilnehmerInnen und ein reger Austausch an Erfahrungswerten aus der Praxis.
Festgestellt wurde, dass die Ausbildung zum Mediator auch im täglichen
Geschäftsleben hilfreiche Tipps bietet, um konsensorientiert zu verhandeln wie
z.B. bei Behördengesprächen. Eine Vielzahl von Techniken zur Erlangung von gemeinsamen
Interessen stehen dazu zur Verfügung. „Nicht immer ist Mediation als
Gesprächskonzept geeignet“, gab Workshopleiter Proksch zu bedenken und
„manchmal empfehle ich auch eine Rechtsberatung im Anschluss“.
Die
nachmittägliche Kaffeepause nutzten viele zu bilateralen Gesprächen mit
KollegenInnen, Vortragenden und den Vertretern des Veranstalters. „Ein sehr
gelungenes und abwechslungsreiches Programm. Da ist für jeden etwas dabei!“
waren sich die Gäste beim Pausen Small Talk einig. Für viele Lacher und der
notwendigen geistigen Auffrischung sorgte danach Infotainer Fred Charwat mit
seinem Unterhaltungsprogramm. Professionell aufbereitet und gekonnt moderiert
wurden Trainingssituationen pointiert in Szene gesetzt.
Stolperstein
„Mensch“ bei Mergers & Acquisitions
Mag. Emil
Weber erklärte die wichtigsten Aspekte von M&A Transaktionen und welche
Stolpersteine in der Praxis lauern. Interessenskonflikte, fehlende Transparenz
in der Kommunikation und mangelhafte Vorbereitung stehen an der Tagesordnung,
um zu scheitern. Drei verschiedene Beispiele aus der Schuhbranche zeigten
anschaulich, warum M&A Projekte gelingen oder scheitern können. Wie
wesentlich aber auch der Faktor Mensch in einem derartigen Prozess ist, weiß
der Strategieberater aus Erfahrung. Wird dieser berücksichtigt, verläuft das
Projekt um vieles besser und die Zufriedenheit steigt. Viele der anwesenden TrainerInnen nutzten
die Gelegenheit zu Fragen an den Experten, wie z.B. welche Chancen
WirtschaftsTrainerInnen in M&A Prozessen eingeräumt werden. Leider nehmen
noch zu wenige Firmen (rund 20%) eine HR-Beratung in Anspruch.
Vertrauen in
die Mitarbeiter
Flexible und
mobile Arbeitsmodelle in einer sich verändernden Arbeitswelt stellte Dr. Peter
Simeonoff vor. Das e-place Konzept von IBM birgt Vor- und Nachteile und basiert
auf zwei Säulen: Telearbeit und Desksharing. Beide erlauben den Mitarbeitern
flexibles Arbeiten und bringen dem Unternehmen nachhaltigen Erfolg. „Ein
spontanes 4-Augengespräch mit einem Mitarbeiter oder dem Management ist da
allerdings nicht mehr so leicht möglich“ erklärte Dr. Simeonoff das neue
Modell. Voraussetzungen für das perfekte Funktionieren sind genaue Planung und
ein Umdenken der Mitarbeiter. Ungestörtes Arbeiten im home office ist
Bestandteil der geänderten Struktur. Um die Gefahr von „Burn Out“ zu reduzieren
– wie Abfragen von e-Mails um 22 Uhr – werden Coachings für Mitarbeiter
gemacht. Im Bürogebäude selbst wurden neue Raumkonzepte für das Desksharing
erforderlich, die allerdings ein Einsparungspotenzial von 30% erzielten.
Change
Management – macht das Sinn und machen die Mitarbeiter mit?
Tipps zum
Scheitern von Change Management Projekten beleuchteten das Thema humorvoll von
einer anderen Berater-Perspektive. Mag. Thomas Schöller bestätigte aus seinen
Erfahrungswerten, dass es immer Gewinner und Verlierer gibt. Mitarbeiter fühlen
sich oft über die anstehenden Veränderungen zu wenig informiert – ein
Bombardement an e-Mail News sind dann aber kontraproduktiv, da der menschliche
Faktor fehle. „Veränderungsmanagement hängt viel von der Führung ab“ zeigte
Mag. Schöller auch Wege, die Energie des Prozesses zu nutzen. Sein Rat: Raum
und Zeit geben für Diskussionen mit den Mitarbeitern, Zulassen des „Führens von
unten“ und den Stellenwert der Arbeit zu heben.
Zum Ende der
Veranstaltung wurde Dr. Niki Harramach, Initiator der WirtschaftsTrainer
Kongresse, ehemaliger Bundessprecher und langjähriger Wirtschaftstrainer vom
Lenkungsteam der Experts Group (Dr.
Ursula Horak, Mag. Thomas Wyhodil und Isabella Weindl) für seine Verdienste um
die „Marke Wirtschaftstrainer“ gedankt und zum Ehren-Mitglied auf Lebenszeit
ernannt. Seiner spontanen Art gerecht wurde er mit den Worten „Danke, das
dauert ja nicht mehr lang. Leute, wir haben viel zu tun, der gewerbliche
Trainer und die Sozialversicherung stehen an. Und ich rufe zu noch mehr
Engagement aller Mitglieder auf!“
Mit den Worten
„wir sehen uns wieder beim TrainerInnen Kongress 2010“ verabschiedete sich die
Bundessprecherin und bedankte sich bei den Vortragenden, Workshopleitern, dem
Event-Team von Feinkost Media und PR-Lady Berenika Sterba.
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Die Experts Group Akkreditierte WirtschaftsTrainer gehört zum Fachverband UBIT – UnternehmensBeratung und InformationsTechnologie der Wirtschaftskammer
Österreich (WKO). Akkreditierte WirtschaftsTrainer sind Spezialisten, deren
Berufszugang durch die Erfüllung strenger Voraussetzungen und Qualitätsprofile
geregelt ist. Sie sind unabhängig und selbständig tätig in den Bereichen
Unternehmensberatung, Informationstechnologie und Gewerbliche Buchhaltung. Sie
sind Partner für Personalverantwortliche in Unternehmen, die über Aus- und
Weiterbildung zu entscheiden haben. Online-Verzeichnis aller
WirtschaftsTrainerInnen und Ansprechpartner in den Bundesländer-Fachgruppen für
Unternehmensberatung und Informationstechnologie unter www.wirtschaftstrainer.info